Nicht ohne meine Wärmflasche – eine Betrachtung

Martina Liel – wir kennen Sie Alle aus Ihrem Blog Endobay

hat für uns in Worte gefasst, was wir als Betroffene denken, fühlen, über was wir Lachen oder nicht Lachen können, aber auch über was wir weinen oder nicht mehr weinen können. Welch Glück oder Unglück die Endometriose für uns ist. Wie tiefgreifend die Erkrankung unser Leben tragend verändert zum Positiven, aber auch mit den ganzen leidvollen Facetten, schonungslos ehrlich und aufrichtig. Keiner hätte dieses Buch besser schreiben können, als Martina Liel, die seit vielen Jahren mit Endmetriose geht, alle Hochs und Tiefs kennt und eine außerordentliche Wortkünstlerin ist. Mit einer unglaublichen Nonchalance spricht Sie uns mitten aus dem Herzen in Ihrem Buch.

Das Buch gibt einen Überblick über alle Möglichkeiten und Therapieformen die es bei Endometriose gibt. Der (schwarze) Humor der Autorin ist einfach umwerfend, phantastisch gut. Ich habe das Buch verschlungen und konnte es nicht aus der Hand legen, bis ich die letzte Zeile gelesen hatte. Frau ist tief drinnen im Buch und der Materie und trotzdem, lacht man sich ein Stück der Erkrankung beim Lesen weg.
Ein wichtiger Teil des Buches der Zusammenhang von Trauma und Endometriose hat mich tief berührt und ich sehe darin eine Schlüsselbestandteil, der Erkrankung, sei es durch früher erfahrenes Trauma oder die Traumen die die Frauen durch fehlerhafte Behandlung, den vielen Operationen oder nichtbeachten der Erkrankung erfahren.
Das Fazit, es gibt nicht die oder die einzige Methode, um die Erkrankung zu lindern, finde ich sehr ehrlich und das der Frau nicht erspart bleibt, ihren eigenen Trigger und ihren eigenen Heilungsweg zu finden. Danke Martina Liel, für diese Buch aus der Mitte des Herzens, das es vielen betroffenen Frauen eine Hilfe sei, ihren eigenen Weg mit der Erkankung zu finden. Ein Buch das bei jeder Betroffenen im Bücherregal stehen sollte. Vorallem auch ein Buch, das dem familären Umfeld deutlich macht, was Endometriose bedeutet ohne in den „Jammermodus“ zu fallen.

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Trigger und Trauma, das sind für mich 2 maßgebliche Schlüsselworte des Buches, sie sind tief in mein eigenes Herz gefallen und an dem Punkt wo ich aktuell mit meiner Endometriose stehe, möchte ich mir ehrlich diese Fragen stellen, was triggert aktuell meine Endometriose, wie gehe ich mit dem Trauma um, das sicherlich ursächlich ist?

Ganz ehrlich, ich habe soviel therapeutische Arbeit in meinem Leben geleistet, die mir auch überaus hilfreich war, sie hat aus einem selbsbewußtseinarmen Mädchen, eine gereifte Frau gemacht, die weiß wer sie ist, was sie kann und was sie nicht kann und hat mich gelehrt, wie gehe ich mit Schmerz, Trauer und Krankheit in meinem Leben um. Mein Leben hat sich seither heilsam verwandelt.

Trotzdem kämpfe ich noch immer mit der Endometriose und Ihren Folgen, auch mit bald 50 Jahren. Aber ich kenne auch meine Bewältigungsstrategien, lasse mir nicht mehr ein X für ein U vormachen. Ein glückliches Leben, Dank der großen Liebe meines Lebens, dem besten Ehemann von Allen, der immer und zu aller Zeit an meiner Seite stand, egal wo, sei es am Krankenhausbett oder gemeinsam im Alltag kämpfend. Ich war nie allein, in diesem Kampf, das ist eine wunderbare Kraft.

Ich habe viele Ressourcen entdeckt, das Pilgern auf dem Jakobsweg, meine Leidenschaft dem  Kochen und ausprobieren von heilender Nahrung und natürlich dieses gute Essen genießen im Kreise von Freunden und Familie

Wunderbare Frauen durfte ich Kennenlernen mit Endometriose, die ein Teil meines Lebens geworden sind.

Heute kann  ich sagen, ich habe mich versöhnt mit der Endometriose, sie ist nicht mehr meine Gegnerin, nur mit ihr kann ich heilsam meinen Weg gehen.  Wie beim Jakobsweg, ist auch der Weg mit Endometriose, der Weg nimmt dir manchmal Alles, aber du bekommst vom Weg alles  tausendfach zurück ❤

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